Donnerstag, 25. Februar 2016

Rückkehrhilfe für Flüchtlinge: Wer geht, kriegt Geld

http://www.spiegel.de/politik/deutschland/rueckkehrhilfe-fuer-fluechtlinge-wer-kriegt-wie-viel-geld-a-1079175.html

Rückkehrhilfe für Flüchtlinge: Wer geht, kriegt Geld

Von Michelle Trimborn und 
Mehr ArtikelFlüchtlinge in Deutschland: 37.220 nahmen Rückkehrhilfen in AnspruchZur Großansicht
DPA
Flüchtlinge in Deutschland: 37.220 nahmen Rückkehrhilfen in Anspruch
Tausende Flüchtlinge reisen freiwillig wieder in die Heimat. Um ihnen die Entscheidung zur Rückkehr zu erleichtern, bieten Deutschland und andere europäische Staaten bares Geld.

Die Chartermaschine startete an diesem Dienstag, Abflug in Frankfurt am Main, Landung in Kabul. 125 Afghanen waren an Bord. Im Gepäck hatten sie auch Geld vom deutschen Staat, für einen leichteren Neustart in ihrer Heimat. Die Afghanen gehören zur größer werdenden Zahl von Asylbewerbern, die nach einigen Wochen oder vielen Monaten in Deutschland entscheiden: Eine Rückkehr in die Heimat ist doch besser.

Die deutschen Behörden unterstützen solche Rückkehrer seit Jahren, nicht nur bereits abgelehnte Asylbewerber, sondern auch solche, die im laufenden Verfahren sind, und bieten ihnen in vielen Fällen auch finanzielle Hilfen. In der aktuellen Flüchtlingskrise haben diese Prämien neue Bedeutung - es herrscht die Hoffnung, dass die Zahl der Rückkehrwilligen weiter wächst.
Wie die Regeln genau aussehen - der Überblick:
Wer bekommt in Deutsschland Geld für eine Rückkehr?
Es gibt verschiedene Projekte - die meisten Gelder werden im Rahmen der sogenannten REAG/GARP-Rückkehrer-Programme (Reintegration and Emigration for Asylum Seekers in Germany/Government Assisted Repatriation Programme) gezahlt, die gemeinsam von der Internationalen Organisation für Migration (IOM) und den Bundesländern durchgeführt werden.
Ausgeschlossen von diesen Hilfen sind EU-Bürger - außer sie wurden Opfer von Menschenhandel oder Zwangsprostitution. Aber auch nicht alle Flüchtlinge oder abgelehnte Asylbewerber bekommen, sofern sie freiwillig in ihre Heimat zurückgehen, Geld - und vor allem nicht gleich viel Geld. Nur wer glaubhaft macht, dass er seine Ausreise auf Dauer plant und selbst nicht über ausreichend Geld verfügt, kann finanzielle Unterstützung bekommen. Abhängig ist die Höhe der finanziellen Förderung von dem Herkunftsland. Einen Rechtsanspruch auf die Leistung gibt es selbst bei Erfüllung aller Voraussetzungen nicht.
Wie viel wird gezahlt?
Die Gelder der REAG/GARP-Programme sind in mehrere Komponenten aufgeteilt.
  • So werden Kosten für die Rückreise für Bahn, Bus oder Flugzeug übernommen. Reist ein Migrant selbst mit dem Auto in sein Herkunftsland, erhält er 250 Euro Benzinkosten erstattet.
  • Eine zweite Komponente ist die Reisebeihilfe - jeder Rückkehrer ab zwölf Jahren erhält 200 Euro, Kinder 100 Euro. Für Asylbewerber aus den meisten Westbalkanländern gibt es diesen Zuschuss nicht, zuletzt wurde die Hilfe auch für Kosovaren im vergangenen Jahr ausgesetzt, nachdem der Zuzug von dort so groß geworden war. Dahinter steckt der Gedanke, dass die Aussicht auf das Geld ein zusätzlicher Anreiz sein könnte, überhaupt nach Deutschland zu kommen.
  • Migranten vom Westbalkan sind ebenfalls ausgeschlossen von der sogenannten Starthilfe. Den höchsten Satz - 500 Euro für jeden Erwachsenen und Jugendlichen - bekommen hier Rückkehrer aus Afghanistan, dem Irak, Iran, Äthiopien, Eritrea, Nigeria, Pakistan und Ghana. Auffällig: Syrer etwa bekommen - wie Bürger Dutzender anderer Herkunftsländer - den niedrigeren Satz (hier die genauen Bestimmungen zu den einzelnen Ländern).
  • Für Kosovaren gibt es in einigen Bundesländern spezielle Rückkehrprojekte, wie das Programm "URA2". Sie bekommen einen Teil ihrer Reisekosten zum Rückkehrzentrum in Pristina erstattet. Neben einem einmaligen Überbrückungsgeld von 50 Euro kann dort weitere Unterstützung beantragt werden, etwa einMietkostenzuschuss von bis zu 600 Euro, die Übernahme vonAusbildungskosten (500 Euro) und Existenzgründungshilfe von 3000 Euro für besondere Geschäftsideen.
Wer zahlt die Rückkehrprämien?
Die REAG/GARP-Programme werden von Bund und Ländern gemeinsam finanziert - der deutsche Bundeshaushaltsplan sieht für das Jahr 2016 10,1 Millionen Euro für Rückkehrer vor. Auch der 3,1 Milliarden Euro starke Asylum, Migration and Integration Fund (AMIF) der EU fördert die Programme.
Was ist der Gedanke hinter den Geldern?

Menschen, die sich eine Rückkehr in ihre Heimat vorstellen können, sollen in dieser Haltung bestärkt werden. Das Kalkül dahinter: Bei den aktuellen Bearbeitungszeiten für Asylanträge sollen aussichtslose Fälle zur schnellen Ausreise bewegt werden, denn sie belegen die knappen Plätze in den Unterkünften - und kosten: Auf 21,1 Milliarden Euroschätzte das Ifo-Institut die Summe für die Aufnahme und Versorgung von Flüchtlingen im Jahr 2015. Hinzu kommen Kosten für Abschiebungen, wenn abgelehnte Asylbewerber nicht aus eigenen Stücken zurück in die Heimat gehen. Auch Zuwanderern mit Aufenthaltsgenehmigung soll mit dem Geld ein besseres Leben in der Heimat ermöglicht werden: Statt in Europa auf soziale Unterstützung angewiesen zu sein, können sie mit dem Geld im Ursprungsland einen Weg aus der Armut finden. So die Theorie.
Wer hat die Gelder in Anspuch genommen?
37.220 Personen sind 2015 im Rahmen der REAG/GARP- Programme ausgereist - rund 32.000 davon kamen aus Balkanstaaten. Von Flüchtlingen aus Konfliktgebieten wird das Programm - bislang zumindest - deutlich seltener genutzt. Insgesamt hat sich die Zahl der erfassten freiwilligen Ausreisen laut Bundesamt für Migration und Flüchtlinge (Bamf) im letzten Jahr etwa verdreifacht.
Wie ist die Praxis in anderen EU-Ländern?
Mehrere Staaten machen - wie Deutschland - die Höhe der Förderung vom Rückkehrland abhängig, zum Beispiel Finnland. Andere Länder verteilen das Geld nach dem Motto "je früher, desto besser": Wer in Norwegen um Rückkehrhilfe bittet, während über den Antrag auf Asylnoch nicht entschieden ist, erhält mehr als doppelt so viel wie andere, bei denen die Ausreise beschlossen wurde. Die Schweiz hingegen fördert vor allem Rückkehrer, die über drei Monate im Land verbracht haben. In der Regel handelt es sich dabei um anerkannte Flüchtlinge. Geben sie ihr Asyl auf, wird dies finanziell großzügiger belohnt.
Von Deutschland bis Großbritannien - so ermutigen europäische Staaten Flüchtlinge und Migranten zur freiwilligen Rückkehr:

Deutschland: Das Government Assisted Repatriation Programme (GARP) und das Reintegration and Emigration Programme (REAG) können Reisekosten für Rückkehrer übernehmen. In bestimmten Fällen wird sogenannte Starthilfe gewährt: Je nach Land einmalig zwischen 300 und 500 Euro stehen zur Wohnungs- oder Jobsuche zur Verfügung. 37.220 Menschen nutzten das im vergangenen Jahr, die meisten stammten aus Albanien.

Schweiz: Hier ist die Rückkehrhilfe abhängig von der Aufenthaltsdauer im Land. Für Berechtigte, die weniger als drei Monate im Land waren (in der Regel abgelehnte Asylbewerber), stehen 500 Schweizer Franken (etwa 450 Euro) zur Verfügung. Wer länger in der Schweiz gelebt hat, beispielsweise anerkannte Flüchtlinge, kann 900 Euro und zusätzliche Wiedereingliederungsmaßnahmen für mehrere Tausend Euro erhalten.

Norwegen macht die Rückkehrhilfe abhängig vom Zeitpunkt der Antragsstellung. Es gilt: je schneller, desto besser. 20.000 Norwegische Kronen (etwa 2000 Euro) erhält, wer sich bewirbt, während er legal im Land ist – also auch während der Asylantrag bearbeitet wird. Danach gibt es nur noch 700 Euro. Als Wiedereingliederungshilfe können weitere 500 Euro gewährt werden. Mit insgesamt 2500 Euro Unterstützung ist Norwegen damit am spendabelsten.

Finnland unterstützt Rückkehrer zusätzlich zu den Reisekosten mit bis zu 1000 Euro, abhängig vom Herkunftsland. Im Sonderfall, etwa bei Krankheit, können bis zu 1500 Euro gewährt werden. Selbst Rücksiedlern aus europäischen Drittstaaten wird die Abreise mit 200 Euroerleichtert – eine Ausnahme in der EU. Statt Geld können Rückkehrer auch Unterstützung bei der Job- oder Wohnungssuche erhalten.


Belgien: Wer hier einen Asylantrag stellt, muss zwingend auf die Möglichkeit der freiwilligen Rückkehr hingewiesen werden. 2015 kehrten 4053 Menschen freiwillig aus Belgien zurück. Rund die Hälfte erhielt zusätzlich zum Flugticket auch Reintegrationshilfe. EU-Länder und europäische Drittstaaten sind von der Hilfe ausgeschlossen, alle anderen können 250 Euro Rückkehrhilfe beantragen. Zusätzlich kann die Reintegration im Heimatland unterstützt werden: Leistungen im Wert von 700 Euro erhalten abgelehnte Asylsuchende nach der gesetzlichen Ausreisefrist, wer legal im Land ist und freiwillig zurückkehrt, erhält mehr als doppelt so viel.

Griechenland: Das reguläre Förderprogramm für Rückreisen aus Griechenland ist im Sommer 2015 abgelaufen. Nur durch eine Sonderzahlung der Europäischen Union kann die IOM freiwillige Rückkehrer weiterhin unterstützen. Ein neues dauerhaftes Förderprogramm wurde bisher nicht etabliert.

Großbritannien: Die Hilfe für Rückkehrer ist abhängig vom Stand des Asylantrags. Bereits abgelehnte Bewerber erhalten Hilfe bei der Organisation und Finanzierung der Rückreise. Wer das Land verlässt, während der Antrag läuft oder eine Bleibegenehmigung besteht, kann bis zu 2000 Britische Pfund (2500 Euro) für das Leben in der Heimat erhalten.



Flüchtlinge: Der Balkan macht dicht

http://www.spiegel.de/politik/ausland/fluechtlinge-der-balkan-macht-die-route-dicht-a-1079114.html

Grenzzaun von Mazedonien: Nur noch Flüchtlinge aus Syrien und Irak dürfen passieren


Drei Staaten auf der Balkanroute haben binnen eines Tages die Grenzen geschlossen. Kein Flüchtling kommt mehr durch. Hilfsorganisationen warnen vor Unruhen.

Flüchtlinge: Der Balkan macht dicht

Tausende Flüchtlinge sitzen auf der Balkanroute fest, in Griechenland, in Kroatien, in Serbien. Der Grund: Nach Angaben von Beobachtern mehrerer Hilfsorganisationen wurden am Dienstag die Grenzen zwischen Kroatien und Serbien geschlossen, was eine Kettenreaktion auf der Flüchtlingsroute nach Norden auslöste.

Serbien schloss demnach auch die Grenze zu Mazedonien. Und Mazedonien wiederum zu Griechenland. Bei der Grenzstadt Idomeni kam es zu dramatischen Szenen, als afghanische Flüchtlinge die Grenze zu stürmen versuchten, weshalb derÜbergang von der Polizei geräumt werden musste."Nach Kroatien kam keiner rüber", sagt Katharina Witkowski von der Hilfsorganisation "World Vision". Sie ist seit rund sechs Monaten in Serbien zwischen der Nord- und Südgrenze unterwegs, um mit ihrem Team hilfsbedürftige Flüchtlinge zu versorgen. Seit Dienstag harren an den Grenzen Tausende aus. Im serbischen Sid warten demnach etwa 1300 Menschen auf ihre Einreise nach Kroatien.
Dazu seien am Mittwoch noch 2000 weitere auf dem Weg durch Serbien zum Grenzübergang Principovac unterwegs gewesen. "Kroatien erkennt die Registrierungen der Flüchtlinge plötzlich nicht mehr an", sagt Witkowski. Das verunsichere die Festsitzenden zusehends. Manche Flüchtlinge versuchten in ihrer Verzweiflung, so berichtet die Helferin, Züge anzuhalten, um so die Grenze zu queren.
Eine Erklärung, warum die Grenzen in Kroatien geschlossen sind, gab es von offizieller Seite nicht. Auch, wann die Flüchtlingsroute wieder geöffnet werden soll, ist bisher unklar.
Dasselbe Bild in Mazedonien an der serbischen Grenze: Ein Lager am Grenzübergang, das für 400 bis 500 Leute ausgelegt ist, war schon am Dienstag mit 700 bis 800 Menschen stark überfüllt. Weitere 500 Menschen seien am Mittwoch in dem Camp angekommen. Viele haben über Nacht auf Decken im Freien schlafen müssen.

Bei den Hilfeleistenden macht sich Unverständnis breit. Seit Montag sollte der Transit auf dem Balkan eigentlich besser geregelt sein als in den Monaten der Flüchtlingskrise zuvor. Österreich, Slowenien, Kroatien, Serbien und Mazedonien hatten sich auf ein einheitliches Flüchtlings-Durchreisesystem geeinigt, das am vergangenen Wochenende startete.Anstatt die Daten jedes Flüchtlings an jeder Grenze neu aufzunehmen und Papiere zu erstellen, soll ein einziges Dokument reichen.

Das Flüchtlingscamp in der mazedonischen Grenzstadt Gevgelija dient als Ausgangspunkt. "Dort werden die biometrischen Daten auf einem Papier erfasst. In den weiteren Ländern werden sie auf der Rückseite bei der Ein- und Ausreise in jedem Land nur noch abgestempelt", sagte SerbiensFlüchtlingskommissar Vladimir Cucic der Deutschen Welle. Der florierende Schwarzmarkt mit Einreisedokumenten soll dadurch eingedämmt werden.Zum Zeitpunkt der Umstellung auf das neue System waren in den jeweiligen Ländern noch viele Menschen mit den alten Dokumenten unterwegs. "Diese alten Dokumente hat Kroatien nicht akzeptiert", sagt Witkowski. Den Menschen droht die Abschiebung in ihre Heimatländer, weil die Behörden keinen Flüchtling ein zweites Mal registrieren wollen.
Daniel Babilon, Hilfskoordinator der "Humedica-Organisation", ist in der Nähe an der serbisch-mazedonischen Grenze bei Presevo in Sichtweite stationiert. "Ich sorge mich, dass es zu Aufständen kommt", sagt er. An der Grenzstation mischen sich derzeit zwei Gruppen. Syrer und Iraker, die zumindest offiziell die Einreise gewährt bekommen sollen und Afghanen, die seit dem Wochenende nicht mehr in die Balkanstaaten einreisen dürfen. "Das wird zu Neid und zu Aggressivität führen", sagt Babilon. Wie zuletzt in Idomeni.

Papst spricht über Macht und Geld Materielles für die Nächstenliebe

http://www.domradio.de/themen/vatikan/2016-02-24/papst-spricht-ueber-macht-und-geld

Vatikan




PPapst Franziskus während der Generalaudienz am 24. Februar 2016

Papst Franziskus während der Generalaudienz am 24. Februar 2016

Pap24.02.2016

Papst spricht über Macht und GeldMaterielles für die Nächstenliebe
https://www.domradio.de/video/christliche-nachrichten-143


Macht und Besitz sollen nach der Meinung des Papstes immer dem Gemeinwohl dienen und niemals nur dem Einzelnen. Franziskus rief die Gläubigen bei der Generalaudienz  dazu auf, materielle Güter im Geist der Nächstenliebe einzusetzen.
Gepaart mit Egoismus und Arroganz würden Einfluss und Geld zu Instrumenten der Korruption und des Todes, sagte Franziskus am Mittwoch bei seiner Generalaudienz auf dem Petersplatz. Stattdessen müssten materielle Güter im Geist der Gerechtigkeit und der Nächstenliebe eingesetzt werden.
Franziskus bezog sich in seiner Katechese auf die alttestamentliche Erzählung von Nabot, der sich weigert, König Ahab seinen Weinberg zu verkaufen. Daraufhin bezichtigt ihn Ahabs Frau Isebel fälschlich der Gotteslästerung, damit er hingerichtet wird (1. Kön 21, 1b-4a). "Es ist eine Geschichte von heute", so Franziskus. "Auch heute beuten die Mächtigen andere aus, um mehr Geld zu verdienen; es ist die Geschichte des Menschenhandels, der Sklavenarbeit, der armen Leute, die schwarz für ein Minimum arbeiten, um die Mächtigen reicher zu machen; es ist die Geschichte der korrupten Politiker, die mehr und mehr und mehr wollen."
Allerdings sehe Ahab danach ein, dass er schlecht gehandelt habe, und bitte Gott um Vergebung. Dieser erweise dem König seine Barmherzigkeit und schicke ihm den Propheten Elia, weil der Sünder zur Umkehr bereit sei. Das Übel, das er angerichtet habe, sei unumkehrbar. Doch "die göttliche Barmherzigkeit ist stärker als die Sünde der Menschen." Dies habe Gott ihnen vor allem durch seinen Sohn Jesus Christus gezeigt. "Er ist kein König, der tötet, sondern der im Gegenteil das Leben gibt."
(KNA)st


httphttp://w2.vatican.va/content/francesco/de/audiences/2016/documents/papa-francesco_20160224_udienza-generale.html

PAPST FRANZISKUS
GENERALAUDIENZ
Mittwoch, 24. Februar 2016


Sprecher:
Liebe Brüder und Schwestern, in der Reihe unserer Mittwochskatechesen über die Barmherzigkeit in der Heiligen Schrift wollen wir heute das Verhältnis von Macht und Barmherzigkeit betrachten. An verschiedenen Stellen der Bibel begegnen uns Menschen, die mit ihrem Reichtum und ihrer Macht nicht gut umgehen. Mit einer egoistischen und anmaßenden Gesinnung kann die Macht zu einem Werkzeug der Korruption und des Todes werden. Dies wird zum Beispiel an der Geschichte von Nabots Weinberg deutlich. Der König Ahab will sich das Grundstück seines Nachbarn Nabot einverleiben, aber dieser will es nicht veräußern. Für die Israeliten war nämlich das Land heilig. Es galt als eine Gabe des Herrn, die als Zeichen göttlichen Segens zu hüten und von Generation zu Generation weiterzugeben war. Der Königin Isebel gelingt es durch Bestechung, Nabot aus dem Weg zu räumen und das begehrte Land dem König zu verschaffen. Der Durst nach Besitz wird hemmungslos und will immer mehr. Gott ist aber größer als die Bosheit der Menschen. In seiner Barmherzigkeit schickt er den Propheten Elija zum König, um diesem zu helfen, sich zu bekehren. Das Erbarmen Gottes ist stärker als die Sünde und vermag die Geschichte zu verändern. Das zeigt uns Gott vor allem in seinem Sohn Jesus Christus, der auf die Menschen zugeht und die Einsamkeit und den Tod überwindet, in die die Sünde den Menschen geführt hat. Jesus Christus weist den Menschen den Weg zur Vergebung und zum Leben.
Heiliger Vater:
Saluto cordialmente i pellegrini di lingua tedesca, in particolare il gruppo di studenti di teologia e diritto canonico dell’Università di Vienna. Vi invito a praticare, nella vita quotidiana, la solidarietà con i deboli e la tutela del creato come patrimonio per i nostri figli. Il Signore benedica voi e le vostre famiglie.
Sprecher:
Herzlich grüße ich die Pilger deutscher Sprache, insbesondere die Gruppe von Studierenden der Theologie und des Kirchenrechts der Universität Wien. Ich lade euch ein, im Alltag Solidarität mit den Schwachen zu üben und die Schöpfung als Erbe für unsere Kinder zu bewahren. Der Herr segne euch und eure Familien.







 Franziskus während der Generalaudienz am 24. Februar 201

Dienstag, 23. Februar 2016

Blauäugige Politik: Beschwerdebrief Deutschlands: Diese 17 Staaten nehmen abgelehnte Asylbewerber nicht zurück

http://www.seniorbook.de/themen/kategorie/politik-und-gesellschaft/artikel/43660/beschwerdebrief-deutschlands-diese-17-staaten-nehmen-abgelehnte-asylbewerber-nicht-zurueck?utm_source=Beitrag&utm_medium=STM_Mail&utm_campaign=Beschwerdebrief+Deutschlands%3A+Diese+17+Staaten+nehmen+abgelehnte+Asylbewerber+nicht+zur%C3%BCck_23022016_0856h

Beschwerdebrief Deutschlands: Diese 17 Staaten nehmen abgelehnte Asylbewerber nicht zurück

Bundesinnenministerium und Auswärtiges Amt wollen mehr abgelehnte Asylbewerber abschieben und erhöhen den Druck auf 17 Staaten, die sich gegen die Rücknahme ihrer Bürger aus Deutschland wehren. Das geht aus Unterlagen der Bundesregierung hervor, die der „Welt“ vorliegen. Demnach haben das Bundesinnenministerium und das Auswärtige Amt diplomatische Beschwerdebriefe (sogenannte Demarchen) an „besonders problematische Staaten“ gerichtet, wie es dort heißt.
Diese „umfangreiche“ Aktion richtete sich an diese Länder:
Ägypten
Algerien
Marokko
Äthiopien
Benin
Burkina Faso
Ghana
Guinea
Guinea-Bissau
Mali
Niger
Nigeria
Tunesien
Bangladesch
Indien
Pakistan
Libanon
Ein Sprecher des Außenministeriums erklärte: „Das Bundesministerium des Innern und das Auswärtige Amt arbeiten intensiv daran, in und mit den Herkunftsstaaten Verfahren zur Rückführung abgelehnter Asylbewerber zu vereinfachen und zu beschleunigen“.
In einem der "Welt" außerdem vorliegenden Brief von de Maizière und Außenminister Frank-Walter Steinmeier (SPD) an dessen algerischen Amtskollegen erklären die Minister das Ziel, „gegenüber allen Herkunftsstaaten von irregulär eingereisten Menschen, die in Deutschland keine Bleibeperspektive haben, EU-Laissez-Passer-Dokumente für die Rückkehr zu verwenden“. Solche Papiere kann die EU für Ausländer ohne Reisedokumente ausstellen. Die algerische Regierung wird außerdem mit der Aussicht umworben, dass die Kooperation in eine „neue Phase“ eintreten könnte, die sich später „auch auf andere Bereiche unserer Zusammenarbeit positiv auswirken wird“. Einen solchen Brief erhielten auch die Außenminister von Benin, Senegal, Guinea-Bissau, Niger, Nigeria, Sudan und Marokko.

Pakistan wehrt sich besonders vehement

Der von der Demarche-Aktion betroffene Staat Pakistan weigert sich besonders vehement gegen die Rücknahme eigener Bürger. Obwohl nur etwa jeder zehnte Asylantragssteller aus dem Land einen Schutzstatus bekommt, bleiben auch die übrigen meist in der Bundesrepublik. Deutlich wird das am Land Hessen, wo fast jeder Dritte der etwa 50.000 zugewanderten Pakistaner lebt. Während zum Jahreswechsel 615 Pakistaner vollziehbar ausreisepflichtig waren, wurden 2015 nur fünf Personen in ihre Heimat abgeschoben, wie das hessische Innenministerium der „Welt“ mitteilte, 36 reisten freiwillig aus.

Sonntag, 21. Februar 2016

Wenn die Menschen gottlos werden,....

"
Wenn Menschen gottlos werden, dann sind die Regierungen 


ratlos, Lügen grenzenlos, Schulden zahllos, Besprechungen 


ergebnislos; dann ist die Aufklärung hirnlos, sind Politiker 

charakterlos, Christen gebetslos, Kirchen kraftlos, Völker 

friedlos, Sitten zügellos, Mode schamlos, Verbrechen 

maßlos, Konferenzen endlos, Aussichten trostlos."


- Antoine de Saint-Exupéry, französischer Schriftsteller und 

Pilot

29.06.1900 bis 31.07.1944

Samstag, 20. Februar 2016

Öko-Dörfer: Gemeinschaften auf der Suche nach dem guten Leben

http://www.fuereinebesserewelt.info/oeko-doerfer-gemeinschaften/


Öko-Dörfer: Gemeinschaften auf der Suche nach dem guten Leben

Seit eini­gen Jah­ren rücken sie so lang­sam wie­der in den Blick­punkt einer brei­te­ren Öffent­lich­keit: Gemein­schaf­ten, die anders leben möch­ten. Im Ein­klang mit der Natur. Auto­no­mer. Umwelt­freund­li­cher. Fried­li­cher. Mensch­li­cher. Der zwei­stün­dige Doku­men­tar­film »Ein neues Wir« stellt zehn die­ser Öko-Gemeinschaften vor.
Die Suche nach Alter­na­ti­ven zu unse­rem Leben – geprägt von zu stres­si­ger Arbeit, von zu viel Kon­sum, von zu viel (Sach)Zwängen und zu wenig inne­rer Frei­heit – wird für immer mehr Men­schen zu einem wich­ti­gen Thema. Ich habe es neu­lich schon geschrie­ben: Die Men­schen, denen inne­res Wachs­tum wich­ti­ger ist, als mate­ri­el­ler Wohl­stand, nehmen
Sie­ben Lin­den ist das wohl in Deutsch­land berühm­teste Öko-Dorf
Kein Wun­der also, dass auch der Blick auf die Men­schen, die nicht nur über Alter­na­ti­ven nach­den­ken, son­dern sie tat­säch­lich schon leben, immer neu­gie­ri­ger wird. Erst vor eini­gen Wochen habe ich über den Doku­men­tar­film »Empire Me!« berich­tet, indem ver­schie­dene Mikro-Nationen – oder sagen wir rich­ti­ger: Lebens­ge­mein­schaf­ten – por­trai­tiert wer­den. Ein Ver­gleich bie­tet sich an, denn zum Teil wer­den sogar die glei­chen Gemein­schaf­ten gezeigt.
Mein kla­rer Favo­rit ist dabei die­ser Film hier – also »Ein neues Wir«. Warum? Weil der Film viel sach­li­cher und infor­ma­ti­ver ist. »Empire Me!« zeigt nur die skur­ri­len Sei­ten der Gemein­schaf­ten. Man erfährt aber kaum wirk­lich etwas über das Leben der Men­schen und ihre Lebens­phi­lo­so­phien. Das ist bei »Ein neues Wir« anders: der Film ist sehr viel län­ger (2 Stun­den) und zeigt daher aus­führ­li­cher, wie ein ande­res Leben funk­tio­nie­ren kann: von der prag­ma­ti­schen, orga­ni­sa­to­ri­schen Seite aus gese­hen – aber auch von der phi­lo­so­phi­schen, spi­ri­tu­el­len Seite her. Das trös­tet sehr gut dar­über hin­weg, dass der Film hand­werk­lich nicht so gut gemacht wie »Empire Me!«.
Burg Tonn­dorf ist eine Genos­sen­schaft und beson­ders kinderreich.
So bekommt man ein wirk­li­ches Gefühl für die Men­schen in den Öko-Dörfern – und warum sie sich zu dem Schritt ent­schlos­sen, in diese Gemein­schaf­ten zu zie­hen. Was ihre Erfah­run­gen dort sind. Und worin sich das Leben von unse­rem »nor­ma­len« Leben unter­schei­det. Allen, die sich für die­ses Thema inter­es­sie­ren, würde ich daher die­sen Film hier emp­feh­len. Ein­zi­ger »Warn­hin­weis«: Alle, die total all­er­gisch auf einen spi­ri­tu­el­len Hin­ter­grund rea­gie­ren, wer­den hier wahr­schein­lich mit hef­ti­gen Vor­ur­tei­len zu kämp­fen haben…
Fast alle im Film gezeig­ten Gemein­schaf­ten kann man übri­gens auch besu­chen. Einen ers­ten Über­blick bekommt ihr auch mit fol­gen­der Liste, jeweils mit Link soweit vor­han­den. Wei­tere Infor­ma­tio­nen lie­fert bspw. auch das Buch euro­to­pia (www.eurotopia.de). Außer­dem gibt es ein wirk­lich tol­les Google-Maps-Projekt, das nach und nach alle Öko-Gemeinschaften visua­li­sie­ren will - mit Fotos, ver­link­ten URLs und allem Schnick und Schnack: Öko-Gemeinschaften-Weltkarte.

In Finca Terra folgt alles dem weib­li­chen Prin­zip, des­halb sind die Häu­ser rund.

Schloss Glarisegg

Die schwei­zer Gemein­schaft am Boden­see gibt es seit 2003. Mit Semi­na­ren und Tagun­gen wol­len die Mit­glie­der nicht nur ihr Aus­kom­men finan­zie­ren, son­dern auch »Bewuss­tes Sein und Leben« för­dern. »> www.schloss-glarisegg.ch

La Borie Noble

Die fran­zö­si­sche Gemein­schaft lebt seit 45 Jah­ren nach Gan­dhis Phi­lo­so­phie. Lebens­mit­tel und Hand­werks­gü­ter wer­den selbst her­ge­stellt, wie Brot, Käse, Gemüse oder Töpfereien.

Die Finca Tierra

Die Gemein­schaft wurde von einer Frau vor meh­re­ren Jah­ren gegrün­det und besteht heute aus 3 dau­ern­den Mit­glie­dern sowie vie­len Gäs­ten. Alles basiert auf dem weib­li­chen Prin­zip - auch die run­den Häu­ser, die über­all in den präch­ti­gen Gär­ten zu fin­den sind.
La Bor­rie Noble folgt der Phi­lo­so­phie Ghan­dis. Hier wird viel selbst gemacht.

Matavenero

Ver­las­sene Dör­fer sind ein guter Start­punkt für Öko- Gemein­schaf­ten. So auch in den spa­ni­schen Ber­gen von Mata­ve­nero. Heute hat die Gemeinde 70 Bewoh­ne­rIn­nen, eine strom­lose Trans­port­seil­bahn, eine freie Schule und jede Menge krea­ti­ver Ideen und Bau­werke. »> www.matavenero.org

Das Krishna Valley

Wie das Name schon sagt, fin­den sich in die­sem Dorf »Krishna-Devotees« zusam­men. Mitt­ler­weile zählt das unga­ri­sche Öko­dorf 150 Bewoh­ner und hat einen hohen Grad an Selbst­ver­sor­gung und einen gerin­gen öko­lo­gi­schen Fuß­ab­druck erreicht. »> http://krishnavalley.com
In Mon­ta­ve­nero hat die Öko-Gemeinschaft ein ver­las­se­nes Berg­dorf besie­delt. Es ist eine offi­zi­elle Gemeinde in Spanien.

Schloss Tonndorf

Die Lebens­ge­mein­schaft ist als Genos­sen­schaft orga­ni­siert und besitzt nicht nur das Schloss im thü­rin­gi­schen Tonn­dorf, son­dern auch ein rund 15 ha gro­ßes Grund­stück. Es gibt keine Vor­ga­ben, was die Lebens­ge­stal­tung oder spi­ri­tu­elle Aus­rich­tung angeht. Aber die rund 60 Bewoh­ner leben alle mög­lichst öko­lo­gisch. Außer­dem ist Schloss Tonn­dorf ein sehr kin­der­rei­cher Platz. »> www.schloss-tonndorf.de

Das Valle de Sensaciones

Das spa­ni­sche Dorf wurde von zwei Men­schen gegrün­det und hat viele Besu­cher. Hier wird viel mit Anbau­me­tho­den und Archi­tek­tur der Per­ma­kul­tur expe­ri­men­tiert. So will der spa­ni­sche Ort krea­ti­ven Men­schen einen natur­na­hen Lebens­stils ermög­li­chen. »> www.sensaciones.de

Sieben Linden

Das in Deutsch­land wahr­schein­lich bekann­teste Öko­dorf hat mitt­ler­weile 120 Bewoh­ner und einen extrem nied­ri­gen öko­lo­gi­schen Fuß­ab­druck, was zum einen von der Bau­weise her­rührt (bspw. Stroh­bal­len­bau) und zum ande­ren auch daher, dass fast alles hier geteilt und nicht beses­sen wird (z.B. Wasch­ma­schi­nen und Rasen­mä­her). Sie­ben Lin­den fin­det mitt­ler­weile auch bei offi­zi­el­len Stel­len Beach­tung, weil es zeigt, wie man öko­lo­gisch so leben kann, dass die Men­schen unbe­dingt auf’s Land zie­hen wol­len ;-). »> www.siebenlinden.de
Tamera in Por­tu­gal ist u.a. Aus­bil­dungs­stätte für Friedensarbeiter.

Tamera

Diese por­tu­gi­si­sche Gemein­schaft hat sich nicht nur dem gesell­schaft­lich und öko­lo­gi­schen Expe­ri­men­tie­ren ver­pflich­tet (z.B. gibt es hier eine große Solar­for­schungs­sta­tion), son­dern es ist auch eine Forschungs- und Aus­bil­dungs­stätte für den Frie­den. Unter dem Motto »Lokal han­deln, glo­bal wir­ken« arbei­ten und stu­die­ren hier der­zeit rund 200 Men­schen. »> www.tamera.org

Damanhur

Die ita­lie­ni­sche Gemein­schaft Daman­hur ist mit rund 1000 Mit­glie­dern wohl die größte alter­na­tive Gemein­schaft - auf jeden Fall unter denen im Film gezeig­ten. Hier leben Men­schen mit ganz unter­schied­li­chen Schwer­punk­ten zusam­men, die u.a. auch ihre eigene Wäh­rung haben. Am beein­dru­ckends­ten ist sicher­lich der rie­sige unter­ir­di­sche Tem­pel mit sei­nen 7 Hal­len: reicht bestückt mit Male­reien, Edel­stei­nen, Mosai­ken und vie­lem mehr. Einen ers­ten Ein­druck lie­fert z.B. die digi­tale Online-Tour. »> www.damanhur.de
Im »Tal der Sen­sa­tio­nen« (Valle de Sen­sa­cio­nes) wird viel nach den Ideen der Per­ma­kul­tur experimentiert.
Kau­fen kann man den Film »Ein neues Wir« über die URL www.neueswir.info für 21,90 Euro. Wir wün­schen viel Spaß beim schauen und natür­lich Inspi­ra­tion für Dein wei­te­res Leben ;-).
Autor: ilonaDie Welt erkunden und darüber berichten ist meine Leidenschaft. Seit über 10 Jahren tue ich dies nun als Jornalistin, Autorin und Bloggerin: ich schreibe, filme, fotografiere und mache Podcasts. Am liebsten natürlich für eine bessere Welt!